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Das vorausdenkende Lagerhaus

Ein digitalisiertes Lagerhaus in Spanien soll die Ersatzteile für mehrere Länder liefern. Das Konzept erscheint revolutionär: Ein vorausschauender Algorithmus teilt Servicetechnikern die beim Kunden benötigten Ersatzteile zu – die Aufzugswartung wird dadurch effizienter und nachhaltiger. Nun wurde das Lagerhaus feierlich eingeweiht. we.online war vor Ort.

„Gerade im zeitsensiblen Bereich Mobilität ist Service am wichtigsten“, sagt Dario Vicario, CEO von thyssenkrupp Elevator Spanien, Portugal und dem Afrikageschäft. Stolz präsentiert er das neue „Spares Business Center", das im spanischen San Fernando de Henares steht. Das Interesse ist groß. Fast 120 Gäste sind heute zur einer feierlichen Eröffnung des Lagerhauses für Ersatzteile in den Ort nahe von Madrid gekommen: Politiker Politik, Journalisten, Geschäftspartner und Mitarbeiter.

Was das Besondere an diesem neuen Lagerhaus ist?

Es ist unser weltweit erstes intelligentes Ersatzteillager für die Wartung und Reparatur von Aufzügen. Die Logistik kann durch intelligente Echtzeit-Datenanalyse in nur einem Drittel der bisherigen Zeit abgeschlossen werden. Servicetechniker erhalten, basierend auf den Berechnungen, bereits im Voraus alle Ersatzteile geliefert, die sie bei ihrem Einsatz benötigen werden. Diese werden im Lagerhaus verpackt und in blauen Behältern in die Fahrzeuge der Servicetechniker geliefert.

Ein Blick ins Lagerhaus verrät: Hier wird bereits gearbeitet. Auf insgesamt 6.253 Quadrametern stapeln sich in meterhohen Regalen blaue Boxen mit Ersatzteilen. Dazu kommen noch rund 500 Quadratmeter Büroflächen. Seit vergangenem Sommer arbeiten hier Kollegen, und haben mit dem Pilotprojekt begonnen. 12 Niederlassungen in Spanien wurden schrittweise an das System des „Spares Business Center“ angeschlossen. Doch es werden mehr. Aus dem Lagerhaus soll so bald das Servicegeschäft in den Ländern Portugal, Spanien und Italien abgedeckt werden. Die Lagerkapazitäten fassen Bestände von bis zu 10.000 unterschiedlichen Teile und Komponenten für Reparaturen. Vor Ort können mehr als 1.400.000 Auftragspositionen bearbeitet werden, was eine Steigerung von 400% im Vergleich zum vorherigen Lager bedeutet.

Sie möchten das Lagerhaus noch besser kennenlernen?

Ermächtigung der Servicetechniker

Dass die Servicetechniker immer das richtige Teil bereits in den blauen Behältern in ihrem Fahrzeug haben, spart Zeit, Kosten und ist nachhaltiger. Die ersten Erfahrungen sind sehr positiv: Die Techniker berichten von erheblicher Zeitersparnis, sie können ihre Arbeit beim Kunden besser und stressfreier erledigen und legen dabei weniger Wegstrecke zurück. Schätzungen besagen, dass im Jahr bis zu 400.000 km eingespart werden können, das entspricht dem Ausstoß von etwa 64 Tonnen CO2.

Dass die Voraussagen stets genau sind, liegt aber auch auch in der Verantwortung des einzelnen Servicetechnikers. Alberto Haro Fernandez, verantwortlich für digitale Unterstützung der Servicetechniker in Madrid, erklärt dazu: „Wie bei allen Bigdata-Systemen müssen die Daten auf dem neusten Stand gehalten werden. Die Pflege des individuellen Bestands ist jedoch unkompliziert. Unsere Kollegen können die Ersatzteile Ihres Lieferwagens stets online überprüfen.“

Die Umstellung der Mitarbeiter auf die neue Technik lief erfreulich gut, erklärt uns Alberto. „Die Schulungen in unseren Niederlassungen umfassten einen theoretischen und praktischen Teil. Es gab keine größeren Schwierigkeiten. Die Benutzererfahrungen der mobilen Anwendung fallen ausgesprochen gut aus.“

Regionaler Ansatz – ein globales Zukunftskonzept

Im Rahmen der globalen Initiative „Spare Parts Business Excellence“ sind ähnliche Einrichtungen wie in San Fernando für weitere wichtige Knotenpunkte von thyssenkrupp Elevator geplant. Darunter in Memphis, Neuhausen, Shanghai, Porto Alegre und Pune. „Mit dem Ersatzteillager von San Fernando setzen wir einen neuen Standard in der Aufzugsindustrie", sagt Ivo Siebers, Leiter der globalen Logistik von thyssenkrupp Elevator.

Doch das System soll noch erweitert werden. Um die Ersatzteillager und Tausende von Aufzügen miteinander „sprechen zu lassen“, wird das neue Lager auch mit MAX gekoppelt werden – der vorausschauenden Wartungslösung von thyssenkrupp Elevator, die bereits bei 120.000 Aufzügen weltweit installiert ist. „MAX wird die perfekte Planung aller anstehenden Anforderungen im intelligenten Ersatzteillager ermöglichen“, erklärt Head of Digital Transformation Hyun-Shin Cho. „Die Synchronisierung des neuen Depots mit MAX führt zu einer noch nahtloseren Lieferung der passenden Teile an die Techniker.“