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Auf eigener Wellenlänge

5G-Datenübertragung gilt als Fundament für die nächste Generation digitaler Technologien. Nun kann der seillose Aufzug MULTI am Aufzugstestturm einen eigenen Frequenzbereich des Datenstandards nutzen - und macht seine Kabinen 5G-fähig. we.online erklärt die Hintergründe.
Der Technologiestandard der fünften Generation für Mobilfunknetze 5G wird viele Lebensbereiche digitalisieren, da sind sich Zukunftsforscher sicher. Tatsächlich eröffnen die geringe Reaktionszeit bei der Übertragung (Latenz), das sogenannte Network Slicing, welches die benötigten Netzkapazitäten anwendungsbezogen und auf Abruf bereitstellt und Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde unzählige neue Möglichkeiten: Automatisierte Produktionsprozesse, autonomes Fahren, Milliarden in Echtzeit miteinander kommunizierende Endgeräte. Weltweit hält der neue Standard bereits schrittweise Einzug. Als erstes Land hat Südkorea im vergangenen Jahr ein flächenweites 5G-Netz in Betrieb benommen, weltweit ziehen Länder rund um den Globus nach.

Auch MULTI wird nun davon profitieren. Denn MULTI hat sich am Testturm für Aufzugsinnovationen in Rottweil sein eigenes Stückchen 5G-Netz ergattert. Über zehn Jahre lang kann ein Frequenzbereich von 3700-3800 mHz im Turm exklusiv für den MULTI genutzt werden. Als in Deutschland im vergangenen Jahr die Lizenzen für die Frequenznutzung versteigert wurden, wurde ein Frequenzbereich für Forschungseinrichtungen und Unternehmen reserviert, welche bei der nationalen Bundesnetzagentur beantragt werden konnten. Das MULTI-Team hat sich umgehend darum beworben und den Zuschlag erhalten.

Davon profitieren aber nicht etwa nur die Mitarbeiter vor Ort. „Der 5G-Standard eröffnet uns unzählige Möglichkeiten bei der Machine-to-Machine-Vernetzung des MULTI mit den smarten Gebäuden der Zukunft“, erklärt Projektleiter Daniel Bauer, der im Testturm den Test- und Zertifizierungsprozess des ersten seitwärts fahrenden Magnetaufzugs der Welt begleitet. Bauer arbeitet seit rund fünf Jahren als Senior System Architect am MULTI-Projekt.

Die Möglichkeiten von 5G inspirieren das Team zu spannenden Fragen: Wie können die Wartezeiten der Fahrgäste in einem Gebäude durch eine smarte Steuerung der Kabinen reduziert werden? Wie könnten Besucherströme besser erfasst und genutzt werden? Welche bahnbrechenden Multimediaformate können eine Fahrt in der MULTI-Kabine zu einem einzigartigen Erlebnis zu machen?

Zunächst wird aber an den Grundlagen gearbeitet. „Der erste Schritt für uns im Testturm ist es derzeit, unsere Testkabinen mit 5G auszustatten“, erklärt Daniel Bauer. „Mit dieser Umgebung werden wir dann mit Partnern aus der Digitalwirtschaft unterschiedlichste digitalisierte Lösungen und Kommunikationswege für die Aufzugskabinen testen.“

Was dann aus der Ideenschmiede in Rottweil kommt? Die nächsten Meilensteine stehen bereits fest: In den kommenden Monaten sollen gemeinsam mit strategischen Partnern Konzepte für die unterschiedlichen Anforderungen erarbeitet und diese im Zusammenspiel mit MULTI getestet und verifiziert werden. we.online wird darüber berichten.

Sie möchten mehr über die Möglichkeiten von 5G lernen? Lesen Sie diesen Artikel auf URBAN HUB.