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Stadtplanung und Schutz der öffentlichen Gesundheit

Die aktuelle Gesundheitskrise um Covid-19 bleibt weiterhin Kernthema. Wie werden nachhaltige Verfahren zum Schutz der Umwelt beitragen, und inwieweit werden sich die Änderungen, die zum Schutz der öffentlichen Gesundheit vorgenommen werden müssen, gegenseitig ergänzen oder widersprechen? Vor allem Städte werden sich mit dieser Frage auseinandersetzen müssen, wenn Stadtplaner Infrastrukturen und Gebäuderichtlinien überarbeiten, um neben Umweltfreundlichkeit auch Verfahren sicherzustellen, die Leben retten können. Einige Lösungen könnten künftig beides ermöglichen.

Ein neuer Lebensstil

Langfristig gesehen werden sicherlich viele Menschen ihr Pendlerverhalten und ihre Arbeitsweise ändern. Ein leuchtendes Beispiel? Medienberichten zufolge ist weltweit ein Anstieg bei Fahrradverkäufen und -reparaturen zu verzeichnen. Zudem haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer nun feststellen können, dass sie im Homeoffice und bei der Remotearbeit unter Umständen effizienter und produktiver sind, als wenn sie jeden Tag ins Büro pendeln müssen. Dieses Umdenken ist nicht nur für die öffentliche Gesundheit förderlich, sondern entlastet auch die Straßen und die Umwelt.

Eine intelligente Stadtplanung kommt den Bürgern zugute

Städte rund um den Globus haben bereits erkannt, wie smarte Technologien, das Internet der Dinge und die Nutzung von Big Data zu einer besseren Lebensqualität in urbanen Räumen beitragen und helfen können, die stetig steigenden Bevölkerungszahlen in Megastädten zu bewältigen. Dieselben Technologien, die die Verkehrslenkung, Routenempfehlungen, Stauprävention und Erfassung von Anwohnerdaten unterstützen, können dabei helfen, Infektionen zurückzuverfolgen oder die Bürger auf Infektionsherde aufmerksam zu machen.

Doch Städte werden nicht nur „mehr Raum“ für die Digitalisierung schaffen, sondern auch für Fußgänger und Radfahrer. Bereits vorhandene Pläne, nach denen für Autos reservierte Plätze für Fußgänger und Fahrräder frei gemacht werden sollen, haben durch die Pandemie Auftrieb erhalten. Paris legt derzeit im Eiltempo Langstrecken-Radwege an. Brüssel verwandelt die gesamte Innenstadt zu einer Vorrangzone für Radfahrer und Fußgänger. Zahlreiche neue Radwege in Mailand lassen keinen Zweifel daran, dass die Stadt Autos den Kampf ansagt.

Eine anderes Transportmittel, das künftig weitere Verbreitung in Städten finden könnte, sind Fahrsteige. Laut einer Studie der Swiss Ecole Polytechnique Federale de Lausanne könnten mit dem technischen Stand von heute 7.500 Fußgänger pro Stunde befördert werden. All diese Alternativen zum motorisierten Verkehr haben vor allem in den vergangenen Monaten an Bedeutung gewonnen, da Luftverschmutzung die Sterblichkeitsrate bei Covid-19-Patienten erhöht.

Da sich gezeigt hat, dass Menschenansammlungen in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen wie Clubs, Kirchen, Konzerthallen und Stadien die Infektionsausbreitung begünstigen, ist jetzt generell verstärkt zu beobachten, dass sich die Menschen an öffentlichen Plätzen unter freiem Himmel treffen. Städte werden sicherlich Wege finden, um freie Grünflächen zu erhalten und so zu gestalten, dass die Menschen dort ohne Risiko zusammen verweilen können.

Gesundheit als neues Baukriterium

Während viele Menschen ab jetzt öfter im Homeoffice arbeiten werden, kommen viele andere nicht darum herum, in öffentliche Gebäude und Gemeinschaftsbereiche zurückzukehren. Verfahren für „gesündere“ Gebäude sind zwar schon lange bekannt, doch die aktuelle Pandemie könnte jetzt den Anstoß für eine echte Veränderung geben. Bisher strebte man bei Gebäuden eine LEED-Zertifizierung an. Ab jetzt wird auch ein Zertifikat des International WELL Building Institute auf dem Wunschzettel stehen. Architekten und Bauunternehmen werden von nun an auch auf sauberere Luft, ein sichereres Design, intelligentere Materialien und die Vermeidung von Engpässen achten.

Auf die Luft kommt es an

Wo unbestritten akuter Verbesserungsbedarf herrscht, sind Belüftungsanlagen. Gebäude müssen verbrauchte Luft in Räumen noch effektiver durch frische Luft von draußen austauschen können. Dies lässt sich durch einfache Maßnahmen wie Querlüftung durch Fenster oder die Installation von Sensoren zur Überwachung von Temperatur, Luftfeuchte und Luftqualität erreichen. Generell ist darauf zu achten, dass alle Wartungssysteme einschließlich Wasserfiltersystemen leicht zugänglich sind und regelmäßig gereinigt werden.

„Ambitionierter als je zuvor suchen wir heute mit vereinten Kräften nach Möglichkeiten, um in Städten und Gemeinden zu leben, die keine Belastung für die Umwelt darstellen. Die Lösungen, die wir bei thyssenkrupp Elevator mit viel Leidenschaft entwickeln, nutzen wir auf innovative Weise, um den Menschen ein gesundes und sorgenfreies Leben zu ermöglichen.“ Paula Casares Medrano - Head of Sustainability bei thyssenkrupp Elevator

Design, das die Welt verändert

Es weiß natürlich niemand, wie sich die Gebäudeplanung künftig verändern wird, doch wie in der Stadtplanung gibt es zahlreiche Blaupausen für umweltfreundlichere, gesündere Gebäude, die jetzt hervorgeholt werden können.

In einem typischen Bürogebäude werden künftig wahrscheinlich keine offenen Großraumbüros mehr geplant, sondern vielmehr Arbeitsbereiche oder -nischen mit viel natürlichem Licht, einer guten Belüftung und hochmodernen Materialien, auf denen Bakterien und Viren nicht lange überleben können oder die eine porenfreie und somit leicht abwischbare Oberfläche aufweisen. Es wird weniger Türklinken und mehr Automatiktüren geben.

Präventivwartungslösungen wie MAX für einen reibungslosen Aufzugbetrieb haben Gebäudemanagern bereits bewiesen, wie digitale Technologie zu mehr Lebensqualität in Gebäuden beitragen kann. Predictive Analytics kann dafür sorgen, dass die Menschen sich durch ein Gebäude bewegen, ohne dass es zu Menschenansammlungen oder Situationen kommt, in denen kein Sicherheitsabstand eingehalten werden kann.

Außerdem ist es wichtig, dass die Bewohner auf schnelle, effiziente und angenehme Weise von A nach B gelangen. Nicht jeder wird unterirdische Beförderungsmittel nutzen oder eine überfüllte Straße entlanglaufen wollen. Alternativen bieten beispielsweise Skybridges zwischen Gebäuden und innovative Lösungen wie MULTI-Aufzüge, die Fahrgäste nicht nur in vertikaler, sondern auch in horizontaler Richtung befördern.

Was für die Umwelt gut ist, ist für uns alle gut

Mit ein wenig innovativem Denken und dem Willen, etwas zu verändern, können wir die Urbanisierung energieeffizienter und umweltschonender gestalten und gleichzeitig Maßnahmen zur Eindämmung von Infektionen ergreifen. Es scheint jetzt wirklich an der Zeit zu sein, eine nachhaltige, langfristige Veränderung anzustoßen, die nicht nur unserer Umwelt gut tut, sondern auch ein sicheres Leben in Städten ermöglicht.